Römertopf

Es waren tatsächlich die alten Römer, die das seit Urzeiten bei vielen Völkern praktizierte Garen in einer Tonummantelung in ihren Tontöpfen zur Kochkunst entwickelten. In den siebziger Jahren feierte der Römertopf seinen erfolgreichen Auftritt in Deutschland. Bis in die Achtziger hinein dauerte diese Karriere, danach wurde es stiller um ihn. Vergessen war der Römertopf nie. Jedem erscheint bei Nennung des Begriffs automatisch der typische Römertopf vor dem inneren Auge: das charakteristische Terracottarot, die ovale und gleichzeitig kastige Form sowie der Deckel mit seinen beiden Griffmulden.

Das Kochprinzip beim Römer-Topf

Die Speisen garen im eigenen Saft oder in sehr wenig zugefügter Flüssigkeit oder Fett. Zuvor ist der Römertopf in Trinkwasser einzuweichen. Je nach Modell werden 10 - 20 Minuten Wässern empfohlen. Der poröse Ton nimmt die Feuchtigkeit gut auf. Nach dem Befüllen mit dem Gargut wird alles mit dem Deckel verschlossen und in den kalten Backofen geschoben. Bei der Wärmeentwicklung gibt der Ton seine Feuchtigkeit im idealen Maß zum Dunstgaren ins Innere ab.

Der Römer-Topf bietet viele Vorteile

Die Speisen erhalten ein intensiveres Aroma. Fleisch wird zarter als bei konventioneller Zubereitung. Nährstoffe und Vitamine bleiben weitgehend erhalten. Wegen der nicht oder äußerst maßvoll erforderlichen Zugabe von Fett gelingen die Gerichte fett- und kalorienarm. Aufgrund des gleichmäßig feuchten Klimas im Tontopf während des Kochens trocknet das Essen nicht aus. Es brennt auch nichts an, und das Gefäß lässt sich später leicht reinigen. Der Ofen bleibt sauber.

Einmal befüllt und in den Ofen geschoben, braucht nur noch die Garzeit abgewartet zu werden und kann mit anderen Tätigkeiten verbraucht werden. In speziellen Römertopf-Kochbüchern sind zahlreiche Rezepte veröffentlicht, und mit zunehmender Erfahrung lassen sich später normale Rezepte angleichen.

Zu beachten beim Römer-Topf

Der Römertopf ist wegen erhöhter Bruchgefahr mit besonderer Sorgfalt zu behandeln. Bei unsanfter Behandlung oder gar Herabfallen geht er unrettbar in Scherben. Ein zu starkes Temperaturgefälle lässt den Ton zerspringen. Niemals darf der kühle bis zimmerwarme Römertopf in einen bereits vorgeheizten Backofen geschoben werden. Auch für die Zubereitung auf dem Herd oder in der Mikrowelle ist der Römertopf nicht geeignet. Nach Entnahme aus dem Backofen darf der Römertopf umgekehrt nicht kalt abgestellt werden. Korkunterlagen sind dafür eine gute Wahl.

Die Reinigung darf nur mit heißem Wasser geschehen. Es ist normal, dass sich mit der Zeit auf der Innenfläche eine Patina bildet. Bei Verwendung von Spülmittel zieht dieses in den porösen Ton ein und wird beim nachfolgenden Kochen an die Speisen abgegeben. Bei stärkerem Reinigungsbedarf empfiehlt sich stattdessen die Behandlung mit Essig.

Römertopf